Liebe Kooiker Fans,
nun, wo ich mich als Neuzüchterin mit meiner Hündin Caja in der Szene eingelebt habe und wir uns mit unserer Zuchtstätten-Philosophie einen positiven Ruf verschafft haben, möchte ich mit diesem Beitrag über ein wichtiges und äußerst interessantes Thema aufklären.
Ausschlaggebend für diesen Beitrag ist meine tiefe Überzeugung, dass sich die Umwelt, Erlebnisse und Sozialisation fortwährend darauf auswirken, wie sich aus dem genetischen Potential eines Welpen seine ganz eigene Persönlichkeit und sein Verhalten entwickelt. Erfahrungen, die ich in unserer Welpenaufzucht gemacht habe, bestätigen sämtliche Theorien und Studien zur Charakterentwicklung bei Hunden.
Wer sich mit dem rassetypischen Charakterprofil des Kooikerhondje beschäftigt und vielleicht auch schon Gespräche mit erfahrenen Kooiker-Haltern geführt hat, dem dürfte aufgefallen sein, dass die Meinungen zur Charakterbeschreibung oft sehr unterschiedlich sind. Aber woran liegt das?

Für mich als Züchterin, die sich mit dem Thema näher beschäftigt, ist klar, dass es sich um die Tatsache handelt, dass wir Menschen einen unglaublich großen Einfluss auf die charakterliche Entwicklung unserer Hunde haben können.
Ein Welpe ist kein fertiges Produkt
Ein Welpe erbt nicht nur den genetischen Code seiner Eltern, sondern er erhält auch Prägungen durch die wichtigsten Personen in seinem jungen Leben: dem Züchter, den Elterntieren und der Umwelt. Das Schöne daran ist, zu wissen, dass sich das Fenster der Prägephase (ca. 14.-16. Woche) nicht einfach schließt. Hunde können, egal in welchem Alter, „umgeformt“ und trainiert werden.
Mit dem richtigen, liebevollen Training können wir Menschen uns einen perfekten und stabilen Begleiter fürs Leben kreieren. So ist auch ein Kooiker absolut in der Lage, mit Geräuschkulissen, Menschenmassen und Berührungen von fremden Personen klarzukommen – was vielleicht eigentlich nicht unbedingt als rassetypisch gilt.
Das Erfolgsrezept für einen ausgeglichenen Hund setzt sich für mich aus folgenden Zutaten zusammen:
- Bindungsanbahnung: Die Welpen früh an den Sozialpartner „Mensch“ gewöhnen und ihn als verlässlichen Partner akzeptieren lernen.
- Super Dog Programm: Frühstimulation durch tägliche, gezielte Interaktion mit den Welpen.
- Gezielte Persönlichkeitsentwicklung: Das Training der Welpen gezielt beeinflussen und unerwünschtes Verhalten liebevoll, aber konsequent positiv umlenken.
Unser Ziel als Züchter sollte es sein, innerhalb eines Wurfes eine gleichmäßige und ausgeglichene Persönlichkeitsentwicklung zu fördern, damit alltagstaugliche „Familienhunde“ heranreifen. Als Züchter versuche ich durch einen starken Bindungsaufbau die Kooperation mit dem Menschen zu fördern. Parallel bremse ich unerwünschte Verhaltenstendenzen sanft aus. Dies hat den Vorteil, dass die spätere Ausbildung des Welpen oder Hundes erleichtert wird.

Ich sehe mich, als erste wichtigste Bindungsperson, für meine Welpen in einer großen Verantwortung und überlasse nichts dem Zufall. Mir ist es wichtig, das genetische Potential meiner Welpen und auch meiner Hündin Caja stetig zu verbessern. Dies ist und bleibt eine tägliche Hausaufgabe!
Für alle, die sich noch tiefer in das Thema einlesen möchten, habe ich einen Buchtipp: Madeleine und Rolf C. Franck „Frühförderung für Welpen“ (Cadmos Verlag, ISBN: 978-3-8404-2036-8). Ich schätze das Wissen der Beiden sehr und kann bestätigen, dass sich unsere Hondjes sehr wohl damit fühlen!
Bleibt neugierig und bis bald!
Eure Natalie
